
Wannweil 1. Januar 2017

Wannweil 1. Januar 2017

29. Januar 1984 Großbrand in der Kirchentellinsfurter Straße 16,
im Haus des »Kirchenfrieders «. Das Haus brannte damals vollständig aus. Ansicht ders brennenden Hauses vom Aurain aus, die Feuerwehren von Wannweil und Reutlingen waren mit mehreren Fahrzeugen im Einsatz. Rechts im Bild die untere Mühle. Das Haus war von mehreren türkischen Familien bewohnt, welche obdachlos wurden und von der Gemeinde in lehrstehende Wohnungen eingewiesen wurden.
Ansicht der Brandstelle vom Hegis aus. Eine Drehleiter wird zum löschen des Dachstuhles eingesetzt.

Ansicht des brennenden Hauses von der Kirchentellinsfurter Straße aus, die Feuerwehren von Wannweil und Reutlingen waren mit mehreren Fahrzeugen im Einsatz. Neben dem Feuerwehrauto stehen die betroffenen Bewohner.

Das Wannweiler Feuerwehrfahrzeug, 1973 in Dienst gestellt, davor Feuerwehrmann Horst Ringel mit zwei weiteren Kameraden.

Die Tragkraftspritze am Echazufer wird von Klaus Scheck bedient


Kirchturmspitze 24. September 2016

Dieses Foto stellte uns Maria Lang geb. Walz aus Adorf im Vogtland zur Verfügung. Ihr Vater, Johannes Walz jun. (1895-1972) hat es auf der Rückseite beschriftet:
Von links nach rechts: Klärle, Rickes Tochter; Marie; Onkel; Emma, Lenes Tochter und Liesele, eins von Liesles Kinder.
Die Aufnahme entstand um 1928 in Wannweil. Von hier zog der Webmeister Johannes Walz sen. aus beruflichen Gründen ins Vogtland. 1890 heiratete er in Wannweil Magdalena Kämmerle, sie hatten vier Kinder. Von den Abgebildeten Personen wissen wir noch folgendes:
Das Mädchen links ist Klara Wollpert, (8.4.1920 – 31.3.2008), Marie könnte eine Schwester von Johannes Walz sein, daneben der Onkel ist Johann Georg Kämmerle (12.5.1859 – 17.6.1931) er ist ein Bruder von Joh. Walzens Mutter und der Großvater von Klara. Rechts neben dem Großvater steht seine Enkelin Emma Wollpert (18.10.1917 – 25.10.1991), eine Tochter von Magdalene Kämmerle verh. Wollpert. Das Kind vorne, Liesele, eins von Liesles Kinder wäre dann eine Tochter von Liesel Leuze (*15.2.1907) welche nach USA auswanderte.


Der Deutsche Krieg von 1866, auch deutscher Bruderkrieg genannt, war ein Krieg des Deutschen Bundes unter der Führung Österreichs gegen Preußen und dessen Verbündete. Der Sieg Preußens über Österreich hatte die Auflösung des Deutschen Bundes zur Folge. Die näheren geschichtlichen Hintergründe sind bekannt oder in Wikipedia zu finden. Vier Generationen nach diesem Ereignis sind die Teilnehmer aus der Erinnerung nahezu verschwunden. Männer aus unserer Gemeinde welche in Stuttgart und Ludwigsburg gedient hatten waren an der Schlacht bei Tauberbischofsheim im Juli 1866 beteiligt. Kriegsentscheidend war allerdings schon drei Wochen vorher die Schlacht bei Königgrätz.
Folgende Wannweiler Bürger waren beim Feldzug dabei:
Martin Henes, Zimmermann, geb. 3.11.1839, diente 1860 bei der Infanterie.
Jakob Hipp, Schneider, geb. 12.1.1838, diente 1859 beim Armeetrain.
Martin Kern, Maurer, geb. 9.12.1842, diente 1863 bei der Kavallerie.
Jakob Kern, Bauer, geb. 26.5.1842, diente 1864 bei der Leibgarde.
Christian Ott, Weber, geb. 8.12.1841, diente 1862 bei der Artillerie.
Wilhelm Rilling, Bauer, geb. 14.5.1841, diente 1862 bei der Kavallerie
Christian Kern, Metzger, geb. 6.3.1844, diente 1865/66 beim Grenadierregiment 119.
Christoph Ott, Schmied, geb. 30.11.1842, diente von 1863 bis 1868 Soldat.
Christian Kern und Christoph Ott waren Kirchentellinsfurter Bürger. Kern zog 1890 nach Wannweil und betrieb hier eine Metzgerei, Ott heiratete 1869 die Wannweilerin Elisabetha Walz und arbeitete bei der Bahn. Von ihm ist noch ein Foto als Soldat erhalten.
Es ist mir bewusst, dass sich nur sehr wenige für diese Ereignisse interessieren. Nicht einmal die regionalen Medien haben das Ereignis des Deutschen Bruderkrieges, welches nun 150 Jahre zurückliegt, entsprechend gewürdigt. An den ausbleibenden Kommentaren merke ich auch, dass sich eigentlich niemand wirklich für unsere Geschichte, in dieser Form dargestellt, interessiert. Es ist mir trotzdem ein Anliegen, gelegentlich einen Bericht zusammenzustellen.
Jahrestag des Überfalls auf die Sowjetunion. Am 22. Juni 1941 begann das „Unternehmen Barbarossa“. Im Tagebuch eines Wannweiler Gebirgsjägers finden wir folgende Einträge und Bilder, er hatte seine Agfa immer dabei.
20. Juni 1941 bis 27. Juni 1941 Nachtmärsche von Polen nach Russland. Am 24. Juni 4:00 Uhr überquerten wir bei Jaroslau den Fluss San, die Russische Grenze.

28. Juni, 2:00 Uhr Nachts Abmarsch in den Bereitstellungsraum. 5:00 Uhr bis 15:00 Uhr lagen wir eingegraben in einem Kornfeld mitten im Ari-Feuer.

Nachts übernachteten wir in einem Dorf


Am 30. Juni gab es bei zwei Angriffen Vier Tote und 10 Verwundete. Obergefreiter Friedrich tot, Oberjäger Morgenthaler und Bataillonskommandeur Ott verwundet. Von der Bevölkerung bekamen wir Brot, Milch, Honigwasser usw., junge Männer halfen uns unsere Munition zu tragen.
Das erste Wannweiler Kriegsopfer, der Soldat Adolf Hoch, fiel am 17. August 1941, gut drei Wochen nach seinem 21. Geburtstag in Guta, Russland. Sein Bruder Gustav fiel Ende 1944 in Lothringen. Die Brüder waren die einzigen Kinder von Christian Hoch und Karoline geb. Knoblich.

Bericht im Reutlinger Generalanzeiger vom 10.16.1916
Auch die Wannweiler Spinnerei und Weber stellte wegen Baumwollmangel auf Papiergarn um. Kriegsbedingt konnte Deutschland auf dem Weltmarkt keine Baumwolle mehr beschaffen.
Daher wurde der Betrieb im Jahr 1915 als einer der ersten in Württemberg auf Papiergarnspinnerei umgestellt. Bald darauf wurde er als Kriegsbetrieb und Höchstleistungsbetrieb seitens des Kriegsministeriums in Berlin anerkannt. In 3 Tag- und Nachtschichten wurden aber 520 Arbeiter und Arbeiterinnen beschäftigt und jeden Tag verließ ein Eisenbahnwagen mit 5.000 Kg Garn die Station Wannweil. Nach dem Krieg wurde der Betrieb wieder auf Baumwolle umgestellt und von Grund auf neu organisiert

Gasthaus zum Hirsch neben der Kirche.
Aufnahme 1902
Die kleinen Bäume wurden am 22. März 1897 anlässlich des 100 Geburtstag von Kaiser Wilhelm I. gepflanzt.
Kriegsbedingte Verordnung über die Vereinfachung der Verköstigung.
Am 24 April 1916 verabschiedete der Bundesrat ein Gesetz zur Verordnung über die Vereinfachung der Verköstigung. Dieser Eingriff in den Betrieb öffentlicher Speise- und Gastwirtschaften sollte einen Minderverbrauch von Fleisch und Fett, wie auch Soda und Seife für den Abwasch bewirken. Für Gastwirtschaften, Heime, Pensionen, Kasinos, Vereinsräumen und ähnliche fleischhaltige Speisen anbietende Institutionen galt die Regelung, dass auf der Speisekarte nicht mehr als zwei fleischhaltige Speisen angeboten werden dürfen. Zur weiteren Fettersparnis durften warme Speisen, zu deren Zubereitung Fett verwandt wird, nicht mehr auf besonderen Vorlegeplatten serviert werden. Für besondere Anlässe wie Festlichkeiten konnten die Behörden Ausnahmen zulassen. Die Verordnung trat am 7. Juni 1916 in Kraft,

Reutlinger Generalanzeiger vom 2. Juni 1916
Diese Maßnahme hat schnell gegriffen. Bereits im Juni besaß Karl Ott eine Ausnahmegenehmigung.


„Heimatfront“ 1916