
Das Batteurgebäude ist eingerüstet und erwacht aus dem Dornröschenschlaf.

1970 wurden hier im „Batteur“, rechts im Bild, noch die Baumwollballen zur Weiterbearbeitung aufbereitet und in den großen Spinnsaal gebracht.

Das Batteurgebäude ist eingerüstet und erwacht aus dem Dornröschenschlaf.

1970 wurden hier im „Batteur“, rechts im Bild, noch die Baumwollballen zur Weiterbearbeitung aufbereitet und in den großen Spinnsaal gebracht.

Otten-Karl guck, was liegt denn da in der Zwiefalter Aach? Ha, Walzen-Karl, pass Du no auf, dass Du et au glei drinn liegst!
Der dritte Kamerad hat mit Karls Plattenkamera fotografiert. Die Wannweiler Freunde waren aufdem Weg zur Wimsener Höhle.
Vortrag im Gemeindehaus am 10.02.2026
Die Gründerjahre des Deutschen Reiches 1871 veränderten vieles im Land. Die Goldmark wurde eingeführt, es entstanden Sparkassen, Krankenkassen, Genossenschaften und viele Vereine wurden gegründet. Es entwickelte sich ein Staatswesen, wie wir es heute kennen. Diese Zeitepoche möchte ich auf Wannweil bezogen, etwas beleuchten.
Wenn wir heute die Diakoniestation Härten erwähnen, denken wir nicht unbedingt an Diakonissen. Diese von einem evangelischen Mutterhaus entsandten Schwestern versahen in Wannweil von 1919 bis 1978 fast durchgehend ihren Dienst an Kranken und Pflegebedürftigen. Nach der Gründung eines Krankenpflegevereins im März 1919 wurde schon auf 1. April 1919 eine Diakonisse angestellt. Der Verein begann mit 330 Mitgliedern, der Jahresbeitrag betrug 3 Mark. Zanzinger schreibt später in seiner Ortschronik:
Auf 1. April 1919 wurde hier ein privater Krankenpflegeverein gegründet und eine Krankenschwester angestellt. Ein etwaiges Defizit des Vereins trägt die Gemeindekasse, auch beschafft die Gemeinde die Einrichtungsgegenstände, sie verbleiben jedoch im Eigentum der Gemeinde.
Vor der Gründung gab es seit Oktober 1899 in Reutlingen einen Verein für Krankenpflege im Oberamtsbezirk Reutlingen stationiert wurden Schwestern in Reutlingen, Pfullingen und Erpfingen. Dem Stationsort Reutlingen werden zugeteilt die Landgemeinden Betzingen, Bronnweiler, Gomaringen, Ohmenhausen Stockach und Wannweil. Gesuche um Dienstleistungen sind beim jeweiligen Pfarramt vorzulegen. Über die Situation damals und was die hiesige Bevölkerung für Sorgen und Nöte hatte möchte ich berichten, Wannweil zählte 1919 eine Einwohnerzahl von 1.650 Seelen. Das Durchschnittsalter der ältesten Verstorbenen war etwa 82 Jahre, zum Vergleich: 2025 wurden hier 3 Personen über 98 Jahre beerdigt. Die Menschen wurden damals nicht so alt, viele Krankheiten kannte man noch nicht und konnte sie natürlich auch nicht behandeln.
In dieser Zeit nach dem Weltkrieg, heute nennt am ihn den 1. Weltkrieg, wurden auch an anderen Orten Krankenpflegevereine gegründet, zeitgleich auch in Ohmenhausen.
57 meist junge Männer starben im Krieg und an dessen Folgen. Davon 14 Familienväter. 18 Kriegerwitwen zählte man, 14 alleinerziehende Mütter mussten schauen, wie sie zurechtkamen. Viele mussten nun allein mit ihrer Landwirtschaft fertig werden, gingen sogar in die Fabrik und waren auf Nachbarschaftshilfe angewiesen. Wiederverheiratung nach der Trauerzeit war schwierig, es gab einfach nicht genug gesunde ledige Männer. Es ist kein Wunder, dass in dieser Zeit auch der erste Kindergarten als Fabrikkindergarten, gegründet wurde. Viele Kriegsheimkehrer waren traumatisiert, hatten ein Bein oder einen Arm verloren. Ich kannte sie noch, auch den blinden Jakob, der sein Augenlicht verlor. Über 30 Elternpaare konnten nicht mehr auf eine Schwiegertochter hoffen, welche einen im Alter vielleicht pflegen konnte. Allein die Familie Karl Herrmann verlor 3 Söhne. Johannes Kämmerle war nach seiner Rückkehr aus französischer Gefangenschaft nicht mehr voll arbeitsfähig.
Ärztliche Hilfe fand man damals in der Stadt, die nächsten Ärzte waren in Betzingen, Dr. Felix Dulk, sein Grab besteht auf dem Wannweiler Friedhof noch, konnte nur kurz praktizieren, er fiel 1918 als Feldarzt an der Somme. Dr. Wilhelm Baltisberger und Dr. Hans Roth waren dann für Wannweil zuständig. Erst 1948 eröffnete Dr. Kuno Strohm die erste Arztpraxis in Wannweil, damals im Gemeindehaus.

Die Pflege Schwerkranken und altersschwachen Menschen konnte damals innerhalb der Familien geleistet werde. Es gab noch die Großfamilien, oft lebten 3 Generationen in einem Haus. Da gab es dann vielleicht auch noch eine ledige Tante, welche gerne einsprang. Genau 18 Jahre nach der Gründung des Krankenpflegevereins beendete die neue Herrschaft 1937 die kirchliche, diakonische Arbeit. 60 % der Einwohnerschaft (350 Familien) waren Mitglied, Bürgermeister Zanzinger wollte, das die restlichen 40 % auch Anspruch auf Betreuung hat. Hören wir, wie Bürgermeister Zanzinger damals schreibt:
Am 1. April 1937 hat die Gemeinde von dem bisherigen Krankenpflegeverein die Krankenpflegestation übernommen und die Krankenschwester Lina Epple in den Dienst der Gemeinde gestellt. Der Aufwand für die Krankenpflegestation betragt jährlich rund 1.150 RM Auch diese Maßnahme war notwendig, da für eine Industrie- und Arbeiterwohngemeinde in der Größe Wannweils eine Krankenschwester dringend notwendig ist. Es ist nicht mehr als billig, dass der Aufwand für die Krankenpflegestation nicht nur von einem kleinen Kreis von Vereinsmitgliedern getragen wird, sondern von der Gesamtheit der Gemeinde. Mit der Übernahme wurde diese segensreiche Arbeit allen Gemeindeeinwohnern unentgeltlich zur Verfügung gestellt.

Damit war die ev. Kirche gewissermaßen nicht mehr zuständig. Der Verein unter Vorsitz des Ortspfarrers Bausch und dem Rechner, Oberlehrer Saur, war aufgelöst, bereits bezahlte Beiträge (3,60 RM im Jahr) und Kirchenopfer wurden zurückgezahlt. Die Gemeinde führte die Arbeit der Krankenpflege in eigener Regie fort, Beiträge wurden weiterhin erhoben. Die Diakonisse Lina Epple, 63 Jahre alt, wurde übernommen. Im neuerbauten Gemeindehaus wurde eine Schwesterwohnung eingerichtet. Im Vertrag steht: „Für den Fall der Mobilmachung des deutschen Heeres behält sich die Diakonissenanstalt das Recht vor, die Schwester ohne Ersatz über die Dauer des Krieges abzuberufen“. Schwester Lina ging nicht in den Ruhestand und es kam keine NSV-Schwester als Nachfolgerin. Am 1 Mai 1944 wurde Schwester Lina Epple für ihre 25jährige Tätigkeit in Wannweil geehrt. Schwester Lina schreibt: Im Jahr 38 auf 39 habe ich 346 Kranke versorgt in 6 Tage und 3 Nächte und 4177 Besuche (gemacht). 1938 musste sie für ihre Personalakte bei der Gemeinde angeben ob sie Mitglied in einer NS-Organisation ist. Sie hat nur eine Mitgliedschaft beim „Volksbund für das Deutschtum im Ausland“ angegeben.
Aber: Die Diakonissen kamen wieder. Nachdem 1933 auch in Wannweil die Welt auf den Kopfgestellt, und 1947 neu geordnet wurde. 1947 wurde vom Amt für Vororte in Reutlingen neue Verträge mit der Diakonissenanstalt Stuttgart ausgehandelt.1950 beantragte Gemeinde-Krankenschwester Luise Zink dass ihre Wohnung im Gemeindehaus hergerichtet werden soll.

1956 kam mit Schwester Anna eine Legende nach Wannweil. Sie wohnte dann in der Marienstraße 82 bei Familie Kern. Die Diakonisse Anna Feucht, Jahrgang 1905 versah 20 Jahre lang ihren Dienst. Einige von Euch werden sich noch erinnern, wie sie bei Wind und Wetter mit ihrem Moped Hausbesuche machte. Hat jemand den DEFA-Film „Schwester Agnes“ gesehen? Es war kein Meisterwerk, aber zeigt wie damals das Leben einer Gemeindeschwester aussah. Übrigens hatte Schwester Anna nur 2 Vorgängerinnen. Schwester Lina Epple und Luise Zink.Als Schwester Hanna 1976 Schwester Anna ablöste, war die Krankenpflegegeschichte im Umbruch-Das ist aber eine andere, spannende Geschichte.
50 Jahre Diakoniestation und Wiedergründung des Krankenpflegevereins
1969 die Wannweiler Schwesternstation, wie sie damals genannt wurde, feiert 50jähriges Jubiläum
1974 Schwester Anna geht in den Ruhestand, die Krankenpflegestation ist verwaist
Hilfe leistet die Hauspflege und Nachbarschaftshilfe, geleitet von Frau Geiger
1975 Bürgermeister Scherret teilt im Gemeindeboten mit:
1974 hat die AOK noch einen Zuschuss von 8000 Mark gegeben. Der wurde 1975 gestrichen. Mit Diakonissen hätte man weniger Geld gebraucht, aber die seien nicht mehr zu bekommen. Im Oktober beschließt der Gemeinderat, einen Krankenpflegeverein zu gründen.
1976 In Kusterdingen wird die Diakoniestation Härten gegründet, sie umfasst alle Härtengemeinden.
In einem Rückblick am Jahresende schreibt der Kusterdinger Pfarrer Kaiser:
Wir haben uns vom Diakonischen Werk Stuttgart beraten lassen und wurden eins, dass die Diakoniestation nicht nur die Härten, sondern auch Wannweil und Kusterdingen mit einbezieht. Sie heißt bisher Diakoniestation Härten und wird wahrscheinlich in Zukunft Diakoniestation Härten-Echaz heißen. So wurde es von Kirchentellinsfurt und Wannweil beantragt und dem Unterzeichneten jedenfalls ist dieser Gedanke schon vorher gekommen.
Im September wird im Wannweiler Gemeinderat der Beschluss gefasst, die verwaiste Krankenpflegestation mit einer Halbtagsschwester zusammen mit Kusterdingen zu betreiben. Nach einem halben Jahr soll überprüft werden, ob eine Halbtagsschwester ausreicht. Behandlungsraum Einfahrtstraße 10, Telefon vorläufig über Pfarramt Kusterdingen.
Es wird zur Gründung eines Krankenpflegevereins als Förderverein aufgerufen mit Jahres beiträgen von 20 bzw, 30 Mark (Familien) Für eine Injektion beispielsweise zahlen Mitglieder 3 Mark, Nichtmitglieder 4 Mark.
1977 Am 20.Januar erscheint ein Artikel im GEA mit der Überschrift:
Krankenschwester hat noch zu wenig Arbeit.
Woran liegt das
Ein Grund ist schnell gefunden: Man möchte den Geldbeutel nicht zweimal aufmachen.
Als Schwester Anna noch mit dem Moped durchs Dorf fuhr, war die Behandlung durch die Schwester kostenlos.
„Ich kann nicht verstehen, warum man eine Schwester rufen soll, deren Dienst man bezahlen muss. Da nehm ich doch lieber einen Arzt, weil da die Krankenkasse alles bezahlt“
Und Eintreten in den Krankenpflege-Förderverein?
Nichtmitglieder zahlen grad mal eine Mark mehr, auf die Mark kommt es mir nicht an.
Und warum kann der Beitrag für den Förderverein nicht genutzt werden, um die Krankenschwester voll zu bezahlen?
Wannweil ist zwar der Diakoniestation Härten beigetreten, die erfüllt auch die Anforderungen für eine sogenannte staatlich gefördert Sozialstation, aber die Genehmigung aus Stuttgart liegt noch nicht vor.
Und so bleibt der Geldbeutel eher zu und Schwester Hanna ist mit ihrem Halbtagsjob nicht ausgelastet,

1978 Endlich ist es soweit: Am 15. März kommen 50 interessierte Bürgerinnen und Bürger
zusammen und gründen den Krankenpflegeverein Wannweil. Es ist niemandem bewusst, dass dies eine Wiedergründung ist, dass Wissen um den 1919 gegründeten Verein war verloren gegangen. Bürgermeister Scherret erläutert zu Beginn, warum der Krankenpflegeverein Wannweil jetzt gegründet werden kann:
1976 hat man zwar mit Kusterdingen und Kirchentellinsfurt zusammen eine Sozialstation gegründet, die Diakoniestation Härten, weil eine Sozialstation bestimmte Auflagen erfüllt mit Personal und Sachausstattung und deshalb viel intensiver unterstützt wird als eine einzelne Krankenpflegestation. Aber erst im Januar 1978 kam der Bescheid aus Stuttgart, dass die Diakoniestation Härten als Sozialstation anerkannt ist. Wer schon in den Krankenpflege-Förderverein eingetreten ist, wird als Mitglied in den neu gegründeten Krankenpflegeverein übernommen.
Die Diakoniestation Härten ist mir drei Krankenschwestern besetzt, die Krankenpflegestationen in den drei Teilorten bleiben selbständig, die teuren angeschafften Geräte werden aber gemeinsam benutzt, Schwester Hanna wird gefragt, ob sie sich überfordert fühle. Sie sagt Nein und verweist auf eine Tübinger Kollegin, die 19 000 Einwohner allein betreuen muss.
Die Hauspflege- und Nachbarschaftshilfe wird Teil der Sozialstation,
Mit der Anerkennung durch Stuttgart macht es jetzt endlich Sinn, in der Krankenpflegeverein einzutreten: Nichtmitglieder müssen die Leistungen der Krankenschwester bezahlen, Mitglieder zahlen nichts.
So muss man sich nicht über die Zahl der Mitglieder wundern.
Bei der Gründung waren es 383 Mitglieder, am Jahresende 1978 schon 625. Der Höchsstand wurde übrigens 1990 mit 1040 Mitgliedern erreicht.
Jetzt sind es noch etwa 300 Mitglieder.
Wie grundlegend sich die Verhältnisse geändert haben, sehen wir, wenn für 19 000 Einwohner eine Krankenschwester reicht, und eine Halbtagsschwester 1977 in Wannweil nicht ausgelastet ist. In den 80er Jahren beschließt man, ab 75 Jahren Jubilarsbesuche zu machen. Das sind bei uns jetzt schon die jüngeren Mitglieder, wir fangen erst bei 80 an und haben eine ganze Reihe der 95 bis 100 jährigen zu besuchen
Der Krankenpflegeverein hatte es sich auch zur Aufgabe gemacht, in Not geratene Mitbürger zu unterstützen, hatte das auch in der Satzung festgelegt.
Der Wandel vom Hauspflege- und Nachbarschaftshilfeverein zur Organisation innerhalb der Diakoniestation:
Der Verein ist noch aus dem Dorfleben heraus gewachsen. Frauen, die zur Hilfe bereit waren, wurden von einer Stuttgarter Krankenschwester in Grundlagen der Krankenpflege geschult, erhielten dann 50 Pfennig die Stunde. Auf die Uhr wurde aber nicht groß geachtet, da gab es auch sonntags Hilfe. Und die Kinder wurden mit ins Haus genommen und durften solange unter dem Tisch spielen.
Wenn die Stunden aufgeschrieben wurden, konnte schon ein kleines Sümmchen zusammen kommen. Eine ehemalige Mitarbeiterin erzählte auf einer Veranstaltung zum 25jährigen Jubiläum des Krankenpflegevereins: „Da schimpfte dann der Hausherr, als er die Summe erfuhr, wie ein Ringelspatz. „Du Luder, du Lumpenmensch, du Scheinheilige.“
Mit zitternden Knien ging sie am nächsten Tag auf Geheiß der Leiterin des Vereins wieder hin „Du kascht se net hänge lassa!“
Der gestern noch erboste Hausherr zeigt sich zur Versöhnung bereit und holte einen Eukalyptusbonbon aus dem Hosensack.: „Kascht mr net wiedr a Fischsupp kocha?“
Dass jetzt mit der Gründung der Diakoniestation auch mehr Regeln und Vorschriften gelten sollten, machte aber den Helferinnen des Vereins zu schaffen und es gab manche Konflikte: „Wenn i an dr Emma ihrem Haus vorbeigang und se schrait zum Fenschdr naus ‚ Kasch mr net
d’Hoor kämme? I krieg noh B‘suach!’ D ko i doch net z’Kusterdenga arufa un froge, ob i des derf“
Der Fortschritt bringt Veränderungen mit sich, die nicht nur positiv erlebt werden.

Ein Spaziergang über die Beckenriedäcker nach Betzingen lohnt sich auch im schneelosen Winter bei schönstem Hochdruckwetter.
Donnerstag, 5. Februar 2026 um 14:30 Uhr, nach dem Einkauf bei „Leckerbissen“.
Im Seniorenzentrum „Haus in der Dorfmitte“ lädt derzeit die kleine Ausstellung „Ein Quadratmeter Geschichte“ zu einer Reise in die Kindheit ein. Initiiert wurde sie von Walter Ott und Hauke Petersen von der örtlichen Geschichtswerkstatt. Auf einer aufbereiteten Euro-Palette präsentieren sie historische Spielsachen und zeigen, wie Kinder früher spielten.
Walter Ott, Schreinermeister und gebürtiger Wannweiler, brachte die Idee ein: Eine Europalette misst fast genau einen Quadratmeter – ideal als mobile Mini-Ausstellungsfläche. Hauke Petersen, der sich seit Jahren sozial engagiert und regelmäßig Zeit mit den Bewohnerinnen und Bewohnern verbringt, ergänzt die Exponate durch Gespräche und Erinnerungsarbeit.
Die Ausstellung weckt zahlreiche persönliche Geschichten: von Puppen mit selbst genähten Kleidern, improvisierten Spielzeugen aus Maiskolben oder Papierbällen bis hin zu selbst gebastelten Pferdeställen. Viele Erinnerungen drehen sich um Kreativität in Zeiten knapper Mittel und um Spielsachen, die man sich sehnlich wünschte, aber nicht immer bekam.
Bewusst verzichtet die Schau auf Kriegsspielzeug. Stattdessen steht das Wohlgefühl im Vordergrund. Für die Einrichtung ist die Ausstellung mehr als Dekoration: Die angeregten Gespräche fördern die sogenannte Biografiearbeit und stärken den Austausch unter den Bewohnern. Entstanden ist so eine kleine, aber wirkungsvolle Zeitreise in die Welt des früheren Spielens.

Spielen vor 100 Jahren in Wannweil

Ein Quadratmeter Geschichte 2025/26

Bauzeitlicher Zustand, Aufnahme 1912 nach der Fertigstellung des Schulhauses.

Zustand 1990, 78 Jahre alt. Damals war die Mechanik schon defekt, der Brunnenschacht war noch erhalten.

Neu renoviert, 113 Jahre alt aber ohne Funktion. Zum Glück konnte man den oberirdischen Teile des Gusseisernen Brunnen erhalten.


Botho Walldorf, Träger der Heimatmedaille Baden-Württemberg 2018 mit Mininsterin Theresia Bauer
„Heimat hat viele verschiedene Facetten, seien es Geburtsort, Dialekt oder Bräuche. Gemeinsam ist diesen das Gefühl, zu Hause zu sein. Heimat darf alles sein, nur nicht ausgrenzend. Wenn sich Menschen für ihr Gemeinwesen engagieren, dann schaffen sie Heimat“, sagte Wissenschaftsministerin Theresia Bauer am Freitag (7. September) im Katholischen Gemeindezentrum in Waldkirch.
Für ihre Verdienste um die Heimat wurden zehn Persönlichkeiten mit der Heimatmedaille Baden-Württemberg ausgezeichnet. Die Bandbreite des Engagements der Geehrten ist groß: Sie reicht von der Orts- und Regionalgeschichtsforschung über die Landeskultur, die Brauchtumspflege, die Mundart und die Archäologie bis hin zur Integrationsarbeit. „Die Trägerinnen und Träger der Heimatmedaille leisten mit ihrem Engagement einen wichtigen Beitrag für die kulturelle Identität und den Zusammenhalt in der Gesellschaft“, sagte die Ministerin. Die Übergabe der Heimatmedaillen bildet traditionell den Auftakt der Landesfesttage im Rahmen der Heimattage Baden-Württemberg. In diesem Jahr wurden die Heimattage von der Stadt Waldkirch ausgerichtet.
Die Auswahl der Persönlichkeiten, die die Heimatmedaille erhalten, erfolgte durch den Landesausschuss Heimatpflege Baden-Württemberg. Sie basiert auf den Vorschlägen der Arbeitskreise für Heimatpflege in den vier Regierungsbezirken, die mit über 200 Mitgliedsvereinen in der Heimat- und Brauchtumspflege zusammenarbeiten.
Auch unser Wannweiler Bürger Botho Walldorf wurde mit der Heimatmedaille Baden-Württemberg ausgezeichnet. Hauptamtsleiter Volker Steinmaier und Walter Ott, der Vorsitzende der Geschichtswerkstatt freuen sich mit ihm über die seltene Auszeichnung.
Im Rahmen des Festaktes zur Übergabe der Heimatmedaille Baden-Württemberg 2018 wurde über ihn auch ein Videoclip gezeigt, der hier zu sehen ist.
Aus der Laudatio der Wissenschaftsministerin zitieren wir folgendes:
Botho Walldorf, Wannweil
„Botho Walldorf (geboren 1945) hat seit 1960 als Hobbyfotograf in unzähligen Aufnahmen die Entwicklung des Eisenbahnwesens im Regierungsbezirk Tübingen sowie die Alltagsgeschichte im Raum Gammertingen dokumentiert. Mit einem besonderen Gespür fotografiert er das Untergehende: die letzten Dampflokomotiven in Betrieb, Plumpsklos, Schlafkammern mit Haipfeln auf den Betten, rauchgeschwärzte Dachstühle sowie Hausabbrüche – alles Motive, die sonst kaum in Fotosammlungen zugänglich sind. Besonders aussagekräftig sind seine Fotografien, auf denen das Gleichzeitige des Ungleichzeitigen festgehalten ist: Etwa der Bauer mit dem Kuhfuhrwerk, die Eisenbahn oder der Gastarbeiter, der während einer Prozession sein Auto putzt. Eigene Aufnahmen hat er durch private Fotonachlässe und Reproduktionen älterer Fotografien ergänzt. Zwar hat
Walldorf zahlreiche Bildbände mit seinen Aufnahmen veröffentlicht, doch wichtig ist ihm, dass seine gesamten Dokumentationen in öffentlichen Archiven verwahrt werden und für die Allgemeinheit zugänglich sind. So hat er 1987 begonnen, seine Fotografien sowie weitere schriftliche und audiovisuelle Sammlungsunterlagen im Staatsarchiv Sigmaringen zu hinterlegen. Bei der Verwahrung und Erschließung unterstützt er die Archivare nachhaltig, indem er selbst für eine konservatorisch angemessene Verpackung sorgt, vor allem aber indem er die Aufnahmen detailliert beschreibt und ausführlich mit biographischen und historischen Informationen in den Entstehungszusammenhang einbettet.
Das Staatsarchiv Sigmaringen hat seit 2007 eine kleine Auswahl seiner Fotografien ins Internet eingestellt. Die zahlreichen Internetzugriffe belegen ebenso wie Veröffentlichungen seiner Bilder in wissenschaftlichen Publikationen die überregionale Bedeutung seiner Sammeltätigkeit.“
Am 12.04.2011 war diese Dame mit Ihrer Kindertrachten Gruppe in Wannweil beim fröhlichen Alter. Mit diesem Nachmittag erfreuten
sie die Senioren mit Ihrem Volkstanz im Gemeindehaus.


Beleuchtete Werbetafel an der Bushaltestelle „Albblick“.
Gestaltet von der Geschichtswerkstatt Wannweil.
Hier sind Informationen zu den ausgestellten Bildern.

Bild 1
Weihnachten um 1925, Dorfstraße 13, Links Karl Kämmerle (1900-?) , ganz rechts seine Frau Mathilde geb. Walker (1901-1990), auf ihrem Arm Tochter Hilde (1923-2003). Hinter der Puppenstube steht Emma Wollpert (1917-1991) sie ist eine Kusine von Hilde. Hinter ihr stehen Stefan (1872-1958) und Christine Mayer (1878-1951) aus der Dorfstraße 12, die Eltern vom Heimatbuchautor Georg Mayer. Neben Karl Kämmerle steht Albert Mayer (1898-1984), Dorfstraße 14, ein Neffe von Stephan Mayer.

Bild 2
Weihnachten 1934, Brunnenstraße 1, Familie Rilling.
Vor dem Christbaum sitz Karoline Rilling geb. Rennstich im Kreis ihrer Kinder. Ihr Mann, der Küfermeister Wilhelm Rilling ist im August 1932 verstorben. Sohn Friedrich, rechts im Bild führte die Küferwerkstatt weiter.

Bild 3
Weihnachten 1928 in der Stube des Schreinermeisters Christoph Ott. Am Tisch die Töchter Martha (1911-1987) und Pauline (1900-1932). Die Mutter ist im Sept. 1928 gestorben, deshalb sind die Töchter in Trauerkleidung.

Bild 4
Postkarte „Fröhliche Weihnachten“ 1916.

Bild 5
Weihnachten 1940 im Haus der Bäckerfamilie Wollpert, Kirchentellinsfurter Straße 2. Tochter Anna liest in einem Buch.

Bild 6
Weihnachtsmarkt am 09. Dezember 1989 in der Dorfstraße,
die Kinder der Bäckerfamilie Speer verkaufen Hexenhäuschen vor dem Bäckerladen.

Bild 7
Bei der Familie Lumpp unter dem Christbaum, Weihnachten um 1960 in der Katharinenstraße 7. von links: Georg Gaiser (1902 – 1977) mit seiner Frau Maria geb. Lumpp (1904 – 1984) dahinter deren Schwestern Elisabeth Lumpp (1908-1982), und rechts Pauline Ott geb. Lumpp (1901-1975) mit Ehemann Karl Ott, Schreinermeister (1901-1990).

Bild 8
Postkarte mit Weihnachtsmotiv aus der Kriegszeit 1914-1918.