
Aufnahme um 1922 vor dem Umbau

Aufnahme um 1933, in der Mitte Paul und Christian Rilling, die Brüder starben im 1944/45 im Krieg.
Gaststätte zum Bahnhof in Wannweil
Das Gebäude trug nach alter Zählung die Nummer 175, die spätere Adresse lautete Bahnhofstraße 20. Das Baujahr liegt um 1895. Zum Vergleich: Der Bahnhof selbst hatte die Nummer 108, die Bahnhofswirtschaft in Kirchentellinsfurt die Nummer 138.
Die Haltestelle Wannweil wurde 1903 fertiggestellt. Zuvor, laut Fahrplan von1898 der damals noch eingleisigen Strecke, hielten die Regionalzüge, sogenannte „Motorwagen von Reutlingen nach Tübingen“, in Wannweil an Bedarfshaltestellen. Diese befanden sich bei Bahnposten 44, gegenüber der späteren als Bahnhof bezeichneten Haltestelle und bei Posten 45 gegenüber der unteren Fabrik Schirm und Mittler. Auf der anderen Seite der Echaz befindet sich dort seit 1891 die Gaststätte „Zum Waldrand“.
Bahnhofsgaststätten entstanden im 19. Jahrhundert mit dem Ausbau des Eisenbahnnetzes und erfüllten wichtige logistische und soziale Funktionen. Gaststätten boten Reisenden Schutz vor Kälte und Wetter, da Bahnhofshallen oft zugig und unbeheizt waren. In Wannweil gab es vor 1903 nur eine Bedarfshaltestelle. Die „Bahnhofswirtschaft“ wurde schnell zum Treffpunkt für Einheimische: Wegen der liberalen Öffnungszeiten wurden sie schnell zum Stammlokal für die lokale Bevölkerung, für Vereine und Arbeiter aus umliegenden Fabriken, welche gerne nach der Zugfahrt mit Kollegen noch ein Feierabendbier tranken.
Weil viele Reisende Getränke und Speisen mit in den Zug nahmen, beschlossen die deutschen Bahnhofswirte im Juni 1905 „im Interesse des reisenden Publikums“, etwaiges Pfandgeld zu erheben für Biergläser, Becher, Bier- und Limonadenflaschen. Diese können an allen Bahnhofswirtschaften gegen Pfanderstattung zurückgegeben werden. (GEA 09.06.1905)
Die Besitzerfolge der Bahnhofsgaststätte
Der Fuhrmann Christian Welsch, geb. 17.09.1875 in Häslach heiratet am 11.04.1898 in Altenburg Rosina Rempfer und zog im April 1898 nach Wannweil. Vermutlich übernahm er in dieser Zeit die Bahnhofswirtschaft, welche er 1918 an Gottlieb Waimer übergab. Waimer ist am 19.03.1875 in Pfrondorf bei Nagold geboren und heiratete dort 1901 Sara Dürr. Im Januar 1914 zog er auf den Waldeckhof in Jebenhausen bei Göppingen und übernahm 1918 die Bahnhofswirtschaft in Wannweil. Familie Waimer zog im August 1927 nach Hütten im Oberamt Münsingen.
Anfang August 1927 kam Jakob Narr, geb. am 01.04.11866 in Thieringen, Heirat 02.09.1893 in Stuttgart mit Sofie Ringer, von Stuttgart hierher und übernahm die Wirtschaft. Nach seinem Freitod 1937 übernahm sein Sohn Wilhelm, geb. 22.07.1900 in Stuttgart, gestorben um 1976, hier verheiratet mit Frida Hund, die Wirtschaft. Diese wurde dann um 1955 von Gerhard Schneider 15.11.1912-22.02.1968 (Schwiegersohn?) übernommen. Um 1960 bewirtete Familie Waidelich. (Rudolf Waidelich, 03.01.1910-16.03.1968). In dieser Zeit war die Bahnhofswirtschaft ein beliebtes Speiselokal. Nach dem plötzlichen Tod von Waidelich gab es öfters Wirtewechsel. Nachdem Eberhard Knoblich, er wurde „roter Uhu“ genannt und nannte sich auch selbst so, das Geschäft nicht mehr durchbrachte, kaufte Helmut Bader das Anwesen. 2005 war ein italienischer Pizzabäcker der Pächter. Heute ist es eine beliebte Bierkneipe mit Stammtisch welche auch immer noch Zimmer vermietet. Es finden Aktionen wie das „Bockbierfest“statt, oder Gemeinderat Bader lässt die „Wannweylia“ der Gemeinde die Leviten lesen.
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Zustand am 1. Juni 2026. Links das ehemalige Postenhaus Nr. 44a.
Näheres über den Bahnhof: https://simonwolperth.blogspot.com/2008/11/bahnhof-wannwei.html
Als Wannweil zwei Bahnhofsgaststätten hatte: https://simonwolperth.blogspot.com/2009/04/als-wannweil-zwei-bahnhofswirtschaften.html