
Bild 87010107 Aufnahme um 1920

Bild 95030536 Aufnahme 12. Februar 1995
Das Ehemalige Gasthaus Zur Krone im Wandel der Zeit
Erbaut 1872[1] als Haus Nr. 130 an der Straße nach Reutlingen, später umbenannt in Hauptstraße 71. Bauherr und Gastwirt war Gustav Eberhardt (4.9.1845 – 20.9.1909). Nach seinem Tod führte sein Sohn Karl die Wirtschaft weiter. Karl Eberhardt starb 1937 im Alter von 61 Jahren. In dieser Zeit endete der Wirtschaftsbetrieb. Nach dem Krieg baute sein Schwiegersohn Paul Steinhauser die Räume in Büros um.
Die Familie Eberhardt
Der Mechaniker Gustav Eberhardt, geb. am 4 September 1845 in Tübingen, Sohn des Traiteurs (Speisewirt/Feinkosthändler) Ernst Gottlieb Eberhardt, heiratete 1870 in Pfullingen Dorothea Barbara Götz von dort. Barbara starb 1873, eine Woche nach der Geburt ihres zweiten Kindes welches die Mutter ¼ Jahr überlebte. Der Witwer heiratete im September 1873 Anna Maria Schmid aus Pfullingen damit sein erstgeborenes, 1 ½ jähriges Mädchen wieder ein Mutter bekam. Von neun weiteren Kindern erreichten fünf das Konfirmandenalter, vier gründeten Familien.[1]
Gustav Eberhardt zog mit seiner Familie nach Wannweil um in der Spinnerei bei Hartmann als Werkmeister zu arbeiten. Im 1872 neu erbauten Haus Nr. 130, spätere Bezeichnung Hauptstraße 71, eröffnete er die Gastwirtschaft zur Krone. Lange Zeit war er auch im Vorstand der Werkmeistervereinigung Wannweil. Bei einem Verwandtenbesuch in Tübingen erlitt er am 20. September 1909 im Tübinger „Rappen“ bei seinem Schwager einen tödlichen Schlaganfall. Er wurde am Donnerstag, den 22. September 1909 in Wannweil beerdigt.[2] Nach dem Tod von Gustav Eberhard übernahm sein ältester Sohn Karl die Gastwirtschaft. Karl Eberhardt, Kaufmann, geb. am 26. November 1875 in Wannweil, gestorben am 26. September 1937 ebenda, heiratete 1901 Karoline Brucklacher, die 20jährige Tochter des Wannweiler Schultheißen. Der zweitälteste Sohn Ernst Gottlieb Eberhardt, geb. am 15. Februar 1878, heiratete 1905 die Wankheimerin Agnes Kemmler. Nach einer Schlosserlehre in der Spinnerei Wannweil und Weiterbildung bei renommierten Württemberger Firmen arbeitete er bis 1911 in der Spinnerei und zog mit seiner Familie nach Bruchsal wo er 1913 eine Kohlenhandlung gründete. Die daraus entstandene Mineralölhandlung und Tankstellenkette ist bis heute (2026) Familiengeführt.[3]
Der dritte Sohn, Gustav Eberhardt, Braumeister von Beruf, nicht verheiratet, ist am 9. Mai 1915 im Alter von 34 Jahren als Unteroffizier der Landwehr im badischen Leibgrenadier-Regiment 109 durch Kopfschuss gefallen.[4]
Der jüngste Sohn, Hermann Eberhardt, geb. am 3. November 1889 in Wannweil hat 1918 in Pfullingen Berta Noll geheiratet.
Die einzige Tochter aus zweiter Ehe, Johanna Wilhelmine Eberhardt, geb. am 24. Juni 1882 in Wannweil, heiratete 1904 den Mechaniker Ernst Lumpp. Sie starb 1952 kinderlos. Sie wohnte mit ihrem Mann im linken Hausteil. Mit dem Tod von Karl Eberhardt endete auch die Ära der Wannweiler Kronenwirtschaften.
Die Kinder des Letzten Kronenwirts Karl Eberhardt gingen eigene Wege. Klara, die Älteste, starb 1923 18jährig. Sohn Karl, Diplomtechniker war in Erlangen Betriebsingenieur. Sohn Paul heiratete in Stuttgart und war Kaufmann in Augsburg. Die jüngste Tochter Fanny heiratete 1936 den Kaufmann Paul Steinhauser, er machte sich selbstständig und richtete sich in der Krone Büroräume ein. Auf einem Bauplatz direkt neben der Krone baute er später ein Wohn- und Geschäftshaus.
Daten zusammengestellt von Walter Ott 2026
[1] Familienbuch ev. Kirche Wannweil Buch II Seite 203
[2] Protokollbuch der Werkmeistervereinigung Wannweil, Seite 144
[3] https://www.eberhardt-bruchsal.de
[4] Todesanzeige im Reutlinger Generalanzeiger vom 20.05.1915
[1] laut Zanzinger-Chronik

Bild 2008020517 Aufnahme 23. Februar 1926. In der Gaststube beim Kronenwirt
Männergruppe vom Sportverein SV Wannweil in der Wirtsstube bei Wirt Karl Eberhardt in der Krone, Schrifttafel: „Ehrentag des Sportvereins 23. Februar 1926“. Anlass war der Kauf des Sportplatzes im Kälberwasen. Die Vereinsgründer und „Vorstände“ feierten den Kaufvertrag.
Von links: ??, Emil Hipp (1902-1946), Alfred Reichert (7.10.1907-22.11.1944), ??, Karl Schumacher, (1902-1971), Georg Sauer, (1902-?) ??, ??, Otto Luz (1901-1945).