Diese Maßnahme hat schnell gegriffen. Bereits im Juni besaß Karl Ott eine Ausnahmegenehmigung.
„Heimatfront“ 1916
Radfahrkarte des Königreich Württemberg
Erlaubnis zur Benutzung von Fahrradbereifungen. Vorderseite, ausgestellt auf den Schreiner Karl Ott, damals 16 Jahre alt.
„Heimatfront“ 1916
Der Schreiner Karl Ott, ( 1901-1990) brauchte diese Erlaubnis um vom Wohnort Wannweil zur Arbeitsstätte nach Betzingen mit dem Fahrrad zu fahren. Er arbeitete damals bei der Fa. Egelhaf, welche kriegswichtiges herstellte. Das Fahrrad gehörte seinem Vater, welcher im Felde stand. Er war zusammen mit seiner 16järigen Schwester die einzigen der Familie, welche Geld verdienten. Die Mutter betrieb die Nebenerwerbslandwirtschaft.
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Links sieht man gerade noch das Bauernhaus des Christian Walz (1869-1947) die Grießstraße Nr. 27. Es war bis nach dem Krieg das letzte Haus am Ortsrand, danach kamen nur noch Wiesen. Hier eine Aufnahme von 1942. Am rechten Bildrand der Neubau eines Doppelhauses, die Grießstraße 29 der Familie Hafner. Dazwischen verläuft die Schillerstraße und führt zum Sportplatz. Nach 1950 entstanden die Häuser in der Blumenstraße und der oberen Jahnstraße als Siedlung für Flüchtlinge. Hier sieht man die Entstehung des Doppelhauses Blumenstraße 2 und 4. Über das Richtfest berichtete die Presse im Juli 1950:
nd. Wannweil. Das erste Flüchtlingshaus, das mit den Mitteln der staatlichen Förderung erstellt wurde, ist nun feierlich „Gerichtet“ worden. Ein Zimmermann der Baufirma sprach den Spruch und leerte das Glas auf das Wohl der Bauherrschaft. Bürgermeister 0bermüller wünschte mit dem Dank an Gott und an die fleißigen Werkleute, daß einmal in dieser Siedlung, in der noch die anderen Flüchtlingshäuser im Werden sind, eitel Eintracht und Friede herrschen möge.
Die Schönbuchgerechtigkeit. Sehr früh schon galt für Wannweil ein Waldgesetz, die so genannte „Schönbuch-Gerechtigkeit“. In einem Lagerbuch von 1665 wurde dieses Gesetz neu formuliert, da die Originalbücher im Dreißigjährigen Krieg untergingen. Im Jahr 1821 wurden die Wannweiler Rechte der Schönbuchnutzung vom Württ. Staat abgelöst. Die Gemeinde bekam dafür 23 Morgen Wald im Gewann Rieder. In dieser „Schönbuchgerechtigkeit“ ist auch eine für die Wannweiler Bürger gültige Bauordnung enthalten. Davon soll ein andermal die Rede sein.
Es lohnt sich, jetzt im frühen Frühjahr den Wald zu besichtigen. Durch die unbelaubte Natur lässt sich die Topografie besser erkennen. Wir laden herzlich ein, uns einer kleinen Wanderung der NABU Gruppe Wannweil am Sonntag, 3. April anzuschließen.
Liebe Mitglieder und Freunde der NABU Gruppe Wannweil,sehr herzlich laden wir wieder unsere Mitglieder und alle interessierten Bürger zu einer Frühjahrswanderung im Schönbuch ein.
Der Naturpark Schönbuch ist eines der größten geschlossenen Waldgebiete in Süddeutschland. Besonders an den sonnigen und milden Wochenenden im Frühjahr, wenn der letzte Schnee geschmolzen ist und das Sonnenlicht durch das noch nicht geschlossene Blätterdach auf den feuchten Waldboden fällt, wenn der Duft des Bärlauchs die frischen Buchenwälder durchzieht und im oberen Goldersbachtal Knabenkräuter und Trollblumen auf den Talwiesen stehen, dann kann der Wanderer in einer noch intakten Naturlandschaft Ruhe und Erholung zu finden. Der Wald präsentiert sich jetzt als ein lichtdurchflutetes Meer aus Bäumen mit einem duftenden grünen Grund aus unzähligen kleinen Pflanzen. Der besondere Zauber des ältesten baden-württembergischen Naturparks liegt im harmonischen Zusammenspiel zwischen stillen Wäldern, romantischen Bachtälern, idyllischen Ortschaften, schattigen Schluchten und lieblichen Streuobstwiesen begründet. Manfred Walker führt uns wieder ortskundig und naturverbunden. Unser beigefügtes Foto zeigt den Birkensee, zu dem wir im letzten Jahr mit ihm gewandert sind.
Weitere Fotos gibt es auf unseren Internetseiten unter http://www.wannweil.de/vereine/nabu/html/exkursion_birkensee.html Wir treffen uns am Sonntag, 3. April 2016 um 8:30 Uhr am DLRG Heim (Bahnhof Wannweil), um in Fahrgemeinschaften mit Privatautos in den Schönbuch zu fahren.
Otto Künstle, Vorsitzender der NABU-Gruppe Wannweil